U-Bahn-Linie U4 Berlin
Fünf Bahnhöfe, 2,9 km, ganz in Schöneberg: Die kürzeste Berliner U-Bahn-Linie fährt vom Nollendorfplatz zum Innsbrucker Platz.
Die Linie U4 im Überblick
Die U4 bleibt auf ihrer gesamten Länge im Ortsteil Schöneberg. Am Nollendorfplatz beginnt sie unter der Else-Lasker-Schüler-Straße und fährt unter der Motzstraße nach Südwesten zum Viktoria-Luise-Platz. Danach schwenkt sie unter die Münchener Straße, führt durch die Heilbronner Straße zum Bayerischen Platz und weiter unter der Innsbrucker Straße bis zum Innsbrucker Platz. Fünf Bahnhöfe auf 2,9 km machen sie zur kürzesten Linie im Netz; alle Stationen liegen im Tunnel.
Am Nollendorfplatz treffen sich alle vier Kleinprofillinien, hier steigt man in die U1, die U2 und die U3 um. Am Bayerischen Platz kreuzt seit 1971 die U7. Der Endbahnhof Innsbrucker Platz ist Umsteigepunkt zur Ringbahn mit den S-Bahn-Linien S41, S42 und S46. Unterwegs erschließt die Linie unter anderem das Rathaus Schöneberg und den Rudolph-Wilde-Park.
Bahnhöfe der U4
5 Bahnhöfe, an 2 davon kann man in andere U-Bahn-Linien umsteigen (Ring und Farben der anderen Linien).
Nollendorfplatz – Innsbrucker Platz
5 Bahnhöfe in Betrieb
Betriebszeiten der U4
| Betriebstag | Erste – letzte Abfahrt auf der Linie |
|---|---|
| Mo–Do | 04:36 – 00:41 |
| Freitag | 04:36 – 00:41 |
| Samstag | 05:26 – 00:41 |
| Sonntag/Feiertag | 05:25 – 00:41 |
Früheste und späteste Abfahrt an irgendeinem Bahnhof der Linie laut VBB-Fahrplan; die Zeiten jedes Bahnhofs stehen auf seiner Seite. Die U4 hat auch am Wochenende keinen Nachtverkehr.
Geschichte
Die Stadt Schöneberg wollte ihr Gebiet ab 1903 mit einer Untergrundbahn erschließen. Die Hochbahngesellschaft sah in der kurzen Strecke keinen Gewinn, also baute Schöneberg selbst: Es entstand die erste kommunale U-Bahn in Deutschland. Siemens & Halske übernahm Bau, Ausrüstung und Fahrzeuge, alles nach den Maßen des Berliner Kleinprofils, um später an das Hochbahnnetz anschließen zu können. Der erste Spatenstich fand am 8. Dezember 1908 statt. Mit rund 850.000 m³ Tunnelaushub wurde zugleich ein sumpfiges Fenn aufgeschüttet, auf dem der heutige Rudolph-Wilde-Park entstand. Am 1. Dezember 1910 ging die Strecke in Betrieb, mit zurückhaltenden Feiern, denn Bürgermeister Rudolph Wilde war einen Monat zuvor gestorben.
Anfangs war die Schöneberger U-Bahn vom übrigen Netz getrennt und hatte eigene Wagen, ein Umformerwerk und eine Werkstatt südlich des Innsbrucker Platzes. Mit dem neuen Umsteigebahnhof Nollendorfplatz von 1926 wurde die Werkstatt entbehrlich und 1932 stillgelegt. Den Betrieb führte von Beginn an die Hochbahngesellschaft. Seit 1966 heißt die Strecke Linie 4.
Zwei Bahnhöfe tragen nicht mehr ihren ersten Namen: Hauptstraße heißt seit dem 1. Juli 1933 Innsbrucker Platz, Stadtpark seit dem 15. Mai 1951 Rathaus Schöneberg. Zum 100-jährigen Jubiläum fuhr am 27. November 2010 ein historischer Zug vom Typ A1. Seit dem 20. April 2023 sind alle Bahnhöfe der U4 barrierefrei erreichbar.
Takt und Betrieb
Laut VBB-Fahrplan fährt der erste Zug montags bis freitags um 04:36 Uhr, samstags um 05:26 Uhr und sonntags um 05:25 Uhr. Die letzte Abfahrt ist an allen Tagen um 00:41 Uhr. Als einzige Berliner U-Bahn-Linie hat die U4 keinen durchgehenden Nachtverkehr am Wochenende; auch in den Nächten Fr/Sa und Sa/So endet der Betrieb kurz nach Mitternacht. In der stärksten Stunde fahren werktags bis zu neun Züge je Richtung, am Wochenende bis zu sechs. Wie man nachts weiterkommt, steht auf der Seite zum Nachtverkehr.
Die Züge
Die U4 gehört zum Kleinprofil-Netz, gebaut für schmalere Fahrzeuge und Tunnel. Auf ihr fahren die kürzesten Züge Berlins, planmäßig nur aus zwei Wagen. Von 1981 bis 1985 im Versuchsbetrieb und von 1985 bis 1993 mit Fahrgästen fuhren die Züge vollautomatisch mit dem System SelTrac; dafür wurden 16 Kleinprofil-Doppeltriebwagen ausgerüstet. Eine eigene Werkstatt besaß die Linie nur bis 1932.
Häufige Fragen
Die damals selbstständige Stadt Schöneberg war Bauherrin und Eigentümerin der Strecke. Sie plante und bezahlte die Bahn selbst, nachdem die Berliner Hochbahngesellschaft das kurze Projekt als unrentabel abgelehnt hatte. Betrieben wurde sie aber von der Hochbahngesellschaft, und schon einen Tag vor der Eröffnung am 1. Dezember 1910 wurde eine Tarifgemeinschaft vereinbart, sodass die Fahrgäste vom Unterschied nichts merkten.
Technisch ja. Die ganze Strecke wurde mit dem Betriebsleitsystem SelTrac der Firma Standard Elektrik Lorenz ausgerüstet, mit Linienzugbeeinflussung in allen Gleisen und angepassten Stellwerken. Nach einem Versuchsbetrieb ab 1981 fuhren die Züge von 1985 bis 1993 im Fahrgastbetrieb vollautomatisch, mit Zugabständen von nur 50 bis 90 Sekunden. Ein Fahrer wäre dafür nicht nötig gewesen.
Der Park wurde gleichzeitig mit der U-Bahn auf einem bis zu 30 m tiefen, sumpfigen Fenn angelegt. Zum Trockenlegen und Aufschütten verwendete man den Tunnelaushub, rund 850.000 m³. Damals hieß der Park wie der Bahnhof Stadtpark; die Station trägt seit 1951 den Namen Rathaus Schöneberg. Der Bürgermeister Rudolph Wilde, der die U-Bahn vorangetrieben hatte, starb einen Monat vor der Eröffnung.
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