U-Bahn-Linie U6 Berlin
Die alte Nord-Süd-Bahn unter der Friedrichstraße: von Tegel über Wedding, Mitte und Kreuzberg bis Alt-Mariendorf, der Nordabschnitt derzeit gesperrt.
Die Linie U6 im Überblick
Die U6 folgt einem langen Straßenzug von Nord nach Süd: Berliner Straße, Müllerstraße, Chausseestraße, Friedrichstraße, Mehringdamm, Tempelhofer Damm und Mariendorfer Damm. Auf 19,9 km hat sie 29 Bahnhöfe, fast alle im Tunnel; nur zwischen Kurt-Schumacher-Platz und Borsigwerke liegt die Strecke auf einem Damm. Seit dem 7. November 2022 ist dieser Nordabschnitt zwischen Kurt-Schumacher-Platz und Alt-Tegel für eine Grundsanierung gesperrt, dort fahren Ersatzbusse; einen Termin für die Wiederinbetriebnahme hat die BVG nicht genannt. Im Betrieb sind damit 24 Bahnhöfe zwischen Kurt-Schumacher-Platz und Alt-Mariendorf.
Umsteigen kann man am Leopoldplatz zur U9, am Bahnhof Unter den Linden zur U5, an der Stadtmitte zur U2, am Halleschen Tor zu U1 und U3 und am Mehringdamm zur U7. Zur S-Bahn geht es in Wedding, an der Friedrichstraße, wo auch Regionalzüge halten, und in Tempelhof.
Aktuelle Hinweise zur U6
- Gesperrt: Zwischen Kurt-Schumacher-Platz und Alt-Tegel fährt die U6 seit dem 7. November 2022 nicht (Grundsanierung, Ersatzverkehr mit Bussen). Betroffen sind 5 Bahnhöfe. Einen Termin für die Wiedereröffnung nennt die BVG in ihren Störungsmeldungen nicht.
- Kein Halt in Seestraße in einer Richtung (BVG-Störungsmeldung, seit 13.01.2025).
Bahnhöfe der U6
29 Bahnhöfe, an 5 davon kann man in andere U-Bahn-Linien umsteigen (Ring und Farben der anderen Linien).
Gesperrt: Alt-Tegel – Scharnweberstraße
Seit 7. November 2022 gesperrt, Ersatzverkehr mit Bussen (BVG)
Kurt-Schumacher-Platz – Alt-Mariendorf
24 Bahnhöfe in Betrieb
Betriebszeiten der U6
| Betriebstag | Erste – letzte Abfahrt auf der Linie |
|---|---|
| Mo–Do | 04:00 – 01:01 |
| Freitag | ab 04:00, nachts durchgehend |
| Samstag | rund um die Uhr |
| Sonntag/Feiertag | durchgehend bis 01:01 |
Früheste und späteste Abfahrt an irgendeinem Bahnhof der Linie laut VBB-Fahrplan; die Zeiten jedes Bahnhofs stehen auf seiner Seite. In den Nächten von Freitag auf Samstag und von Samstag auf Sonntag fährt die U6 zwischen Kurt-Schumacher-Platz und Alt-Mariendorf durchgehend.
Geschichte
Die Stadt Berlin wollte den Verkehr in kommunaler Hand und baute die Nord-Süd-Bahn selbst. Die Arbeiten begannen 1912, kamen im Ersten Weltkrieg zum Stillstand und wurden 1919 wieder aufgenommen. Am 30. Januar 1923 ging der Abschnitt Hallesches Tor – Stettiner Bahnhof, heute Naturkundemuseum, in Betrieb, am 8. März 1923 die Fortsetzung bis Seestraße. In Richtung Süden folgten 1924 die Belle-Alliance-Straße, heute Mehringdamm, 1926 Kreuzberg, heute Platz der Luftbrücke, 1927 Flughafen, heute Paradestraße, und 1929 Tempelhof. Ab 1928 hieß die Strecke Linie C, seit 1966 Linie 6.
Als erster Nachkriegsneubau im Westen wurde die Strecke nach Norden verlängert: am 3. Mai 1956 bis Kurt-Schumacher-Platz, am 31. Mai 1958 bis Tegel. Am 28. Februar 1966 erreichte sie Alt-Mariendorf. Nach dem Mauerbau 1961 wurden die Bahnhöfe auf Ost-Berliner Gebiet zwischen Reinickendorfer Straße und Kochstraße geschlossen, nur Friedrichstraße blieb als Grenzübergang offen. Die Geisterbahnhöfe öffneten am 1. Juli 1990 wieder.
Von Juli 1992 bis September 1996 wurden die Bahnsteige im Mittelabschnitt für längere Züge ausgebaut. Am 4. Dezember 2020 eröffnete der Kreuzungsbahnhof Unter den Linden zur U5, und am selben Tag schloss der nahe Bahnhof Französische Straße. Seit 2009 heißt die frühere Zinnowitzer Straße Naturkundemuseum, seit 1996 trägt die Kochstraße den Zusatz Checkpoint Charlie.
Takt und Betrieb
Laut VBB-Fahrplan fährt montags bis donnerstags der erste Zug um 04:00 Uhr, der letzte um 01:01 Uhr; samstags und sonntags beginnt der Betrieb um 03:12 Uhr. In den Nächten Fr/Sa und Sa/So fährt die U6 durchgehend auf dem gesamten befahrenen Abschnitt von Kurt-Schumacher-Platz bis Alt-Mariendorf, im 15-Minuten-Takt. In den Nächten unter der Woche ersetzt der Bus N6 die Bahn und hält an allen 24 Bahnhöfen in Betrieb. In der stärksten Stunde fahren werktags bis zu 14 Züge je Richtung. Zum Nordabschnitt nach Alt-Tegel fahren derzeit nur Ersatzbusse.
Die Züge
Die U6 gehört zum Großprofil-Netz mit breiteren Fahrzeugen. Weil beim Bau in den Inflationsjahren gespart wurde, erhielten die ersten Bahnhöfe nur 80 m lange Bahnsteige, sodass lange Zeit nur Vier-Wagen-Züge fahren konnten. In West-Berlin wurden die Bahnsteige in den 1960er und 1970er Jahren verlängert, an den Grenzbahnhöfen erst nach der Wende. Am Bahnhof Seestraße entstand 1923 eine Betriebswerkstatt.
Häufige Fragen
Nach dem Mauerbau am 13. August 1961 ließ die DDR alle Bahnhöfe der Linie auf Ost-Berliner Gebiet zwischen Reinickendorfer Straße und Kochstraße schließen. Die West-Berliner Züge fuhren ohne Halt hindurch, betreten wurden die Stationen nur von Grenzsoldaten. Ausgenommen war die Friedrichstraße mit Umstieg zur S-Bahn und Grenzübergang. Kurios: Die Schwartzkopffstraße wurde 1973 in Stadion der Weltjugend umbenannt, obwohl dort längst kein Fahrgast mehr ein- oder ausstieg.
Für die Verlängerung der U5 entstand an der Kreuzung mit der Friedrichstraße der neue Umsteigebahnhof Unter den Linden. Er ging am 4. Dezember 2020 in Betrieb. Die Französische Straße lag zu nah daran und wurde am selben Tag geschlossen: Der letzte Zug fuhr dort um 12:10 Uhr ab, eine Minute später fuhr der nächste ohne Halt durch. Für den Bau war die U6 vom 30. Juni 2012 bis zum 17. November 2013 unterbrochen.
Seit dem 7. November 2022 wird der oberirdische Abschnitt im Norden grundlegend saniert: Die Erdbauwerke werden stabilisiert, Gleise und Kabelkanäle erneuert, die Brücke Seidelstraße soll neu gebaut werden. Die denkmalgeschützten Bahnsteige und Dächer von Scharnweberstraße und Holzhauser Straße werden saniert. Zwischen Kurt-Schumacher-Platz und Alt-Tegel fahren Ersatzbusse. Ein offizielles Datum für die Wiederinbetriebnahme gibt es nicht.
Bahnhofsdaten, Fahrzeiten und Preise auf dieser Seite stammen aus den Fahrplandaten des VBB (Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg, GTFS, Lizenz CC BY 4.0), den Linien- und Bahnhofsseiten sowie den Störungsmeldungen der BVG und den Tarifangaben von BVG und VBB; sie werden mit weiteren veröffentlichten Quellen abgeglichen. U-Bahn Berlin ist ein unabhängiger Führer: Die Seite wird nicht von der BVG betrieben und steht in keiner Verbindung zu ihr. Prüfen Sie vor der Fahrt bvg.de.