U-Bahn-Linie U1 Berlin

Von der Warschauer Straße über die Oberbaumbrücke und die Kreuzberger Hochbahn bis zur Uhlandstraße – auf der ältesten U-Bahn-Strecke Berlins.

Die Linie U1 im Überblick

Strecke
Warschauer Straße – Uhlandstraße
Bahnhöfe
13
Länge
8,8 km
Profil
Kleinprofil
Nachtverkehr
Fr/Sa durchgehendalle 15 Min.

Acht ihrer 13 Bahnhöfe liegen auf dem Viadukt: Von der Warschauer Straße in Friedrichshain fährt die U1 als Hochbahn über die Oberbaumbrücke und folgt dann Oberbaumstraße, Skalitzer Straße, Gitschiner Straße und Hallesches Ufer quer durch Kreuzberg, ab dem Halleschen Tor neben dem Landwehrkanal. Hinter Gleisdreieck geht es in den Tunnel, unter der Kurfürstenstraße und der Else-Lasker-Schüler-Straße zum Nollendorfplatz und weiter unter Kleiststraße, Tauentzienstraße und Kurfürstendamm bis zur Uhlandstraße in Charlottenburg. Die 8,8 km lange Strecke berührt die Bezirke Friedrichshain-Kreuzberg, Mitte, Tempelhof-Schöneberg und Charlottenburg-Wilmersdorf.

Zwischen Warschauer Straße und Wittenbergplatz fährt auch die U3 auf derselben Strecke. Zur U8 steigt man am Kottbusser Tor um, zur U6 am Halleschen Tor, zur U7 an der Möckernbrücke, zur U2 am Gleisdreieck, am Nollendorfplatz und am Wittenbergplatz, zur U4 ebenfalls am Nollendorfplatz und zur U9 am Kurfürstendamm. An der Warschauer Straße besteht Anschluss an die S-Bahn-Linien S3, S5, S7, S75 und S9.

Aktuelle Hinweise zur U1

  • Tagsüber verkürzt: Nach den Fahrplandaten des VBB fährt die U1 an Werktagen zwischen etwa 6 und 20 Uhr nur zwischen Uhlandstraße und Nollendorfplatz; zwischen Warschauer Straße und Kurfürstenstraße hält sie dann nicht (dort fährt die U3). Abends und am Wochenende fährt sie die ganze Strecke. Die Linienübersicht der BVG nennt das nicht.

Bahnhöfe der U1

13 Bahnhöfe, an 12 davon kann man in andere U-Bahn-Linien umsteigen (Ring und Farben der anderen Linien).

Betriebszeiten der U1

BetriebstagErste – letzte Abfahrt auf der Linie
Mo–Do04:06 – 00:52
Freitagab 04:06, nachts durchgehend
Samstagrund um die Uhr
Sonntag/Feiertagdurchgehend bis 00:52

Früheste und späteste Abfahrt an irgendeinem Bahnhof der Linie laut VBB-Fahrplan; die Zeiten jedes Bahnhofs stehen auf seiner Seite. In den Nächten von Freitag auf Samstag und von Samstag auf Sonntag fährt die U1 zwischen Nollendorfplatz und Uhlandstraße durchgehend.

Geschichte

Siemens & Halske baute die Strecke als Bauherr selbst; der erste Spatenstich war am 10. September 1896 in der Gitschiner Straße. Am 18. Februar 1902 wurde mit dem Abschnitt Stralauer Tor – Potsdamer Platz die erste Teilstrecke der Berliner U-Bahn eröffnet, am 17. August 1902 folgte die 380 Meter lange Verlängerung zur Warschauer Brücke. Für die Gestaltung der Hochbahnpfeiler holte man 1902 den schwedischen Architekten Alfred Grenander. Nach dem Unglück am Gleisdreieck vom 26. September 1908 mit 21 Toten entstand dort ein Kreuzungsbahnhof, eröffnet am 3. November 1912. Am 12. Oktober 1913 kam der Abzweig unter dem Kurfürstendamm zur Uhlandstraße hinzu, im Oktober 1926 die Entlastungsstrecke über Kurfürstenstraße zum Nollendorfplatz.

Den im Krieg zerstörten Hochbahnhof Osthafen, ursprünglich Stralauer Tor, baute man nicht wieder auf. 1961 erhielt der Kurfürstendamm-Abzweig mit dem Bau der heutigen U9 den Zwischenbahnhof Kurfürstendamm. Nach dem Mauerbau im August 1961 endeten die Züge am Schlesischen Tor; der Bahnhof Warschauer Brücke lag in Ost-Berlin und verfiel. Erst am 14. Oktober 1995 fuhr wieder ein Zug über die sanierte Oberbaumbrücke zum nun Warschauer Straße genannten Endbahnhof. Görlitzer Bahnhof hieß bis 1926 Oranienstraße.

Die Liniennummer wechselte mehrfach den Abschnitt. 1993 tauschten U1 und U2 ihre westlichen Äste, und auf der Strecke Uhlandstraße – Schlesisches Tor verkehrte bis 2004 die U15. Mit dem Konzept BVG 2005 plus übernahm die U1 deren Linienweg, während der bisherige U1-Abschnitt Nollendorfplatz – Krumme Lanke an die U3 ging. Seit dem 7. Mai 2018 verstärkt die U3 die U1 zwischen Wittenbergplatz und Warschauer Straße.

Takt und Betrieb

Laut VBB-Fahrplan fährt der erste Zug montags bis donnerstags um 04:06 Uhr, der letzte um 00:52 Uhr; am Wochenende beginnt der Betrieb bereits um 03:01 Uhr. In den Nächten Fr/Sa und Sa/So fährt die U1 durchgehend, dann aber nur auf dem Abschnitt Nollendorfplatz – Uhlandstraße im 15-Minuten-Takt. Unter der Woche ersetzt nachts der Bus N1 die Bahn, er bedient 11 der 13 Bahnhöfe. Werktags tagsüber pendelt die U1 laut VBB-Fahrplan nur zwischen Uhlandstraße und Nollendorfplatz. Einzelheiten stehen im Fahrplan und auf der Seite zum Nachtverkehr.

Die Züge

Die U1 gehört wie U2, U3 und U4 zum vor 1914 entstandenen Kleinprofil-Netz, das nach seinen schmaleren Fahrzeugen und Tunneln benannt ist. Die Bahnsteige der Stammstrecke wurden 80 Meter lang angelegt; das reichte gerade für Züge aus sechs Wagen, denn längere Züge hatten die Planer um 1900 nicht vorgesehen. Am Gleisdreieck verbindet ein Gleis die Strecke mit der Strecke der U2, es dient nur internen Zwecken.

Häufige Fragen

Als das Musical 1986 geschrieben wurde, fuhr die U1 noch von Ruhleben zum Schlesischen Tor. Diese Linienführung gibt es so nicht mehr: 1993 tauschten U1 und U2 ihre westlichen Äste, und seit 2004 trägt die frühere U15 zwischen Uhlandstraße und Warschauer Straße die Nummer U1. Der Kreuzberger Hochbahnabschnitt zum Schlesischen Tor gehört aber bis heute dazu.

Mit dem Mauerbau im August 1961 wurde der 1902 eröffnete Abschnitt zur Warschauer Brücke eingestellt, weil der Endbahnhof in Ost-Berlin lag. Der Bahnhof verfiel über Jahrzehnte. Ab 1992 wurden die Oberbaumbrücke nach Plänen von Santiago Calatrava, der Bahnhof, das alte Stellwerk und die Wagenhalle instand gesetzt. Am 14. Oktober 1995 fuhren die Züge wieder bis zur nun Warschauer Straße genannten Station.

Ursprünglich war das Gleisdreieck eine nur durch Signale gesicherte Abzweigung. Am 26. September 1908 fuhr dort ein Zug einem anderen in die Flanke, ein Wagen stürzte vom Viadukt, 21 Fahrgäste starben. Ab Mai 1912 wurde die Anlage zu einer Kreuzung mit eigenem Bahnhof umgebaut, der am 3. November 1912 eröffnete. Zwischen beiden Strecken gibt es seitdem nur ein Verbindungsgleis für interne Zwecke.

Bahnhofsdaten, Fahrzeiten und Preise auf dieser Seite stammen aus den Fahrplandaten des VBB (Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg, GTFS, Lizenz CC BY 4.0), den Linien- und Bahnhofsseiten sowie den Störungsmeldungen der BVG und den Tarifangaben von BVG und VBB; sie werden mit weiteren veröffentlichten Quellen abgeglichen. U-Bahn Berlin ist ein unabhängiger Führer: Die Seite wird nicht von der BVG betrieben und steht in keiner Verbindung zu ihr. Prüfen Sie vor der Fahrt bvg.de.