U-Bahn-Linie U9 Berlin

Von der Osloer Straße über Wedding, Moabit, Bahnhof Zoo und Bundesallee bis Rathaus Steglitz: die erste Nachkriegslinie West-Berlins, ganz im Tunnel.

Die Linie U9 im Überblick

Strecke
Osloer Straße – Rathaus Steglitz
Bahnhöfe
18
Länge
12,4 km
Profil
Großprofil
Nachtverkehr
Fr/Sa durchgehendalle 15 Min.

Die U9 durchquert West-Berlin auf 12,4 km mit 18 Bahnhöfen von Norden nach Süden, vollständig unterirdisch. Von der Osloer Straße in Gesundbrunnen fährt sie unter Schulstraße, Luxemburger Straße und Föhrer Straße durch den Wedding, unterquert die Ringbahn und führt unter der Wilhelmshavener Straße nach Moabit. Hinter der Turmstraße geht es unter Spree und Tiergarten zum Zoologischen Garten, dann unter Joachimsthaler Straße und Bundesallee durch Wilmersdorf und Friedenau und schließlich die Schloßstraße entlang bis Rathaus Steglitz.

Zur U8 steigt man an der Osloer Straße um, zur U6 am Leopoldplatz, zur U2 am Zoologischen Garten, zur U1 am Kurfürstendamm, zur U3 an der Spichernstraße und zur U7 an der Berliner Straße. S-Bahn-Anschluss gibt es an Westhafen, Zoologischer Garten, Bundesplatz und Rathaus Steglitz; am Bahnhof Zoo halten außerdem Regional- und Fernzüge.

Aktuelle Hinweise zur U9

  • Vorübergehend kein Halt: Güntzelstraße Richtung Osloer Straße, 26.10.2026 bis 10.12.2026 (VBB-Fahrplandaten).

Bahnhöfe der U9

18 Bahnhöfe, an 6 davon kann man in andere U-Bahn-Linien umsteigen (Ring und Farben der anderen Linien).

Betriebszeiten der U9

BetriebstagErste – letzte Abfahrt auf der Linie
Mo–Do04:11 – 01:03
Freitagab 04:11, nachts durchgehend
Samstagrund um die Uhr
Sonntag/Feiertagdurchgehend bis 01:03

Früheste und späteste Abfahrt an irgendeinem Bahnhof der Linie laut VBB-Fahrplan; die Zeiten jedes Bahnhofs stehen auf seiner Seite. In den Nächten von Freitag auf Samstag und von Samstag auf Sonntag fährt die U9 zwischen Osloer Straße und Rathaus Steglitz durchgehend.

Geschichte

Weil die West-Berliner nach der Teilung den Ostsektor mieden und Steglitz, Wedding und Reinickendorf eine schnelle Verbindung ins neue Zentrum am Zoo brauchten, sah der 200-Kilometer-Plan von 1955 eine neue Linie G vor. Der erste Rammschlag fiel am 23. Juni 1955 im Tiergarten. Die Strecke musste vier U-Bahn-Linien, Ring- und Stadtbahn sowie Spree, Landwehrkanal und Berlin-Spandauer Schifffahrtskanal unterqueren. Am Kurfürstendamm und an der Spichernstraße entstanden dabei neue Umsteigebahnhöfe an den Kleinprofilstrecken, die Stationen gestaltete Bruno Grimmek. Geplant war die Eröffnung für den 2. September 1961; nach dem Mauerbau zog man sie auf den 28. August 1961 vor.

Seit 1966 heißt die Linie 9. Am 29. Januar 1971 wurde sie von der Spichernstraße bis zum Walther-Schreiber-Platz verlängert, gleichzeitig mit der U7, deren Strecke sie an der Berliner Straße kreuzt; diese Bahnhöfe gestaltete Rainer G. Rümmler. Am 30. September 1974 folgte der 1,6 km lange Abschnitt über Schloßstraße zum Rathaus Steglitz, am 30. April 1976 im Norden die Verlängerung über Nauener Platz zur Osloer Straße.

Am Rathaus Steglitz fährt die U9 bis heute in einem Bahnhofsteil, der eigentlich für die geplante U10 gebaut wurde; der für sie vorgesehene Teil ist nur im Rohbau fertig. Der frühere Bahnhof Putlitzstraße heißt seit 1992 Westhafen.

Takt und Betrieb

Laut VBB-Fahrplan fährt montags bis donnerstags der erste Zug um 04:11 Uhr und der letzte um 01:03 Uhr; samstags und sonntags beginnt der Betrieb um 03:02 Uhr. In den Nächten Fr/Sa und Sa/So fährt die U9 durchgehend auf der ganzen Strecke von der Osloer Straße bis Rathaus Steglitz im 15-Minuten-Takt. In den übrigen Nächten ersetzt sie der Bus N9, der alle 18 Bahnhöfe bedient. In der stärksten Stunde fahren werktags bis zu 15 Züge je Richtung, am Wochenende bis zu 12. Einzelheiten im Fahrplan.

Die Züge

Die U9 ist eine Großprofillinie. Am Leopoldplatz entstand beim Bau ein Betriebsgleis zur Haupt- und Betriebswerkstatt Seestraße. Auf der U9 wurde die linienförmige Zugbeeinflussung LZB 501 erprobt, ab 1965 im Versuchsbetrieb und ab 1976 mit Fahrgästen; sie sollte die Zugfolge von 90 auf 70 Sekunden verkürzen. 1993 wurde sie im Fahrgastbetrieb wieder abgeschaltet.

Häufige Fragen

Die Schloßstraße wurde als Umsteigebahnhof für die geplante U10 gebaut, mit Richtungsbahnsteigen auf zwei Ebenen. Die U9 nutzt jeweils die östliche Bahnsteigkante, die eigentlich für die U10 gedacht war; die westliche ist durch einen Zaun abgesperrt, die Gleise dort haben keine Stromschiene. Die Vorleistung trieb die Kosten auf 78.000 Mark je Meter Strecke.

Die damalige Linie G sollte am 2. September 1961 in Betrieb gehen. Doch am 13. August 1961 riegelte die DDR die Sektorengrenze ab und baute die Mauer. Damit zeigte sich, wie dringend West-Berlin die neue Nord-Süd-Verbindung brauchte, und der Eröffnungstermin wurde auf den 28. August 1961 vorgezogen. Die Linie verband Leopoldplatz und Spichernstraße.

Der 1976 eröffnete Bahnhof liegt im ehemaligen Französischen Sektor. Rainer G. Rümmler gestaltete ihn wie die Station Rathaus Steglitz mit großen Wandelementen und silbernen Lettern, hier in den Farben Rot, Weiß und Blau, die an diese Zugehörigkeit erinnern sollten. Nauener Platz und Osloer Straße bilden den nördlichen Abschnitt, der eigentlich bis Pankow weitergeführt werden sollte.

Bahnhofsdaten, Fahrzeiten und Preise auf dieser Seite stammen aus den Fahrplandaten des VBB (Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg, GTFS, Lizenz CC BY 4.0), den Linien- und Bahnhofsseiten sowie den Störungsmeldungen der BVG und den Tarifangaben von BVG und VBB; sie werden mit weiteren veröffentlichten Quellen abgeglichen. U-Bahn Berlin ist ein unabhängiger Führer: Die Seite wird nicht von der BVG betrieben und steht in keiner Verbindung zu ihr. Prüfen Sie vor der Fahrt bvg.de.