U-Bahn-Linie U8 Berlin
Die frühere GN-Bahn fährt komplett unterirdisch von Wittenau über Gesundbrunnen, Alexanderplatz und Kottbusser Tor bis zur Hermannstraße in Neukölln.
Die Linie U8 im Überblick
Als zweite Nord-Süd-Linie verbindet die U8 auf 18,0 km und 24 Bahnhöfen Reinickendorf mit Neukölln, alle Stationen liegen im Tunnel. Von Wittenau führt sie unter dem Eichborndamm, der Lindauer Allee und der Residenzstraße nach Süden, dann durch Schwedenstraße, Badstraße, Brunnenstraße und Rosenthaler Straße nach Mitte. Über Weinmeisterstraße erreicht sie den Alexanderplatz, unterquert die Spree an der Jannowitzbrücke und fährt über Heinrich-Heine-Straße und Moritzplatz zum Kottbusser Tor. Der letzte Abschnitt folgt Kottbusser Damm und Hermannstraße.
Umsteigen zur U9 ist an der Osloer Straße möglich, zu U2 und U5 am Alexanderplatz, zu U1 und U3 am Kottbusser Tor und zur U7 am Hermannplatz. Zur S-Bahn kommt man in Wittenau, an der Karl-Bonhoeffer-Nervenklinik, in Gesundbrunnen, am Alexanderplatz, an der Jannowitzbrücke und an der Hermannstraße. In Gesundbrunnen halten auch Regional- und Fernzüge.
Bahnhöfe der U8
24 Bahnhöfe, an 4 davon kann man in andere U-Bahn-Linien umsteigen (Ring und Farben der anderen Linien).
Wittenau – Hermannstraße
24 Bahnhöfe in Betrieb
Betriebszeiten der U8
| Betriebstag | Erste – letzte Abfahrt auf der Linie |
|---|---|
| Mo–Do | 03:58 – 01:08 |
| Freitag | ab 03:58, nachts durchgehend |
| Samstag | rund um die Uhr |
| Sonntag/Feiertag | durchgehend bis 01:08 |
Früheste und späteste Abfahrt an irgendeinem Bahnhof der Linie laut VBB-Fahrplan; die Zeiten jedes Bahnhofs stehen auf seiner Seite. In den Nächten von Freitag auf Samstag und von Samstag auf Sonntag fährt die U8 zwischen Wittenau und Hermannstraße durchgehend.
Geschichte
Die AEG legte 1907 den Entwurf einer Bahn von Gesundbrunnen nach Neukölln vor, im März 1912 schloss sie mit der Stadt Berlin den Vertrag. Der Bau begann 1914, doch bis Oktober 1919, als die AEG die meisten Arbeiten einstellte, entstanden nur einzelne Tunnel, darunter die Rohbauten der Bahnhöfe Bernauer Straße und Voltastraße nach Entwürfen von Peter Behrens. Nach einem Rechtsstreit übernahm die Stadt die Tunnel und baute ab 1926 selbst weiter. Am 17. Juli 1927 ging der Abschnitt Schönleinstraße – Boddinstraße in Betrieb, 1928 folgten Kottbusser Tor und Neanderstraße, heute Heinrich-Heine-Straße, 1929 Leinestraße und am 18. April 1930 die Strecke bis Gesundbrunnen.
Nach dem Mauerbau 1961 wurden die Bahnhöfe im Ost-Berliner Bezirk Mitte zwischen Bernauer Straße und Heinrich-Heine-Straße geschlossen; die West-Berliner Züge durchfuhren sie ohne Halt. Im Norden wuchs die Linie für das Märkische Viertel: am 5. Oktober 1977 bis Osloer Straße, am 27. April 1987 bis Paracelsus-Bad und 1994 bis Wittenau. Die Bahnhöfe dieser Abschnitte gestaltete Rainer G. Rümmler.
Im Süden war schon 1929 ein Tunnel zur Hermannstraße begonnen worden, bevor die Stadt die Arbeiten 1931 einstellte. Erst nach der Wiedervereinigung wurde der Bahnhof fertiggestellt und 1996 eröffnet, als Umsteigepunkt zur wiedereröffneten Ringbahn.
Takt und Betrieb
Laut VBB-Fahrplan beginnt der Betrieb montags bis donnerstags um 03:58 Uhr, die letzte Abfahrt ist um 01:08 Uhr; samstags und sonntags fährt der erste Zug um 03:03 Uhr. In den Nächten Fr/Sa und Sa/So fährt die U8 durchgehend auf der gesamten Strecke im 15-Minuten-Takt. Unter der Woche fährt nachts der Bus N8, der alle 24 Bahnhöfe bedient. In der stärksten Stunde verkehren bis zu 12 Züge je Richtung. Laut VBB-Fahrplan endet ein Teil der Züge aus dem Süden bereits am Paracelsus-Bad. Mehr zum Thema unter Nachtverkehr.
Die Züge
Die U8 gehört zum Großprofil-Netz, das die AEG schon in ihren ersten Plänen vorsah. Betriebsgleise verbinden sie mit anderen Linien: An der Osloer Straße wurde eines zur U9 mitgebaut, und der alte „Waisentunnel“ unter der Spree dient als Betriebsgleis zwischen U5 und U8. Den Linienbetrieb übernahm, wie bei der Nord-Süd-Bahn, die Hochbahngesellschaft.
Häufige Fragen
Mit dem Mauerbau am 13. August 1961 wurden die Ost-Berliner Zugänge zwischen Bernauer Straße und Heinrich-Heine-Straße geschlossen, Grenzübergänge gab es dort nicht. Zwischen den West-Berliner Bahnhöfen Voltastraße und Moritzplatz entstand so ein langer Transitabschnitt mit sechs Geisterbahnhöfen. Im Verteilergeschoss am Alexanderplatz wurden die Zugänge fast bis zur Unkenntlichkeit vermauert. Als Ersatz richtete die BVG-Ost die Buslinie 78 ein.
Die silbernen Lettern an der Wand bilden bis heute das Wort „Pankstrasse“ statt der korrekten Schreibung mit ß. Der 1977 eröffnete Bahnhof ist zudem als Schutzraum gebaut: Er hat Sanitärräume, eine Notküche und eine gefilterte Frischluftversorgung, im Notfall finden genau 3339 Personen Platz. Die Mehrkosten trug das Bundesfinanzministerium.
Pläne gab es seit 1910, 1929 begannen die Arbeiten, doch in der Weltwirtschaftskrise stellte die Stadt sie 1931 ein. Fertig waren der Tunnel ab Leinestraße und etwa ein Drittel des Bahnsteigs. 1940 wurde der tief liegende Rohbau zum Schutzbunker. Nach 1961 wollte man im Westen keine Umsteigeverbindung zur S-Bahn der Reichsbahn. Erst die Wiedereröffnung der Ringbahn brachte den Weiterbau; einige Bunkerhinweise blieben hinter Glas sichtbar.
Bahnhofsdaten, Fahrzeiten und Preise auf dieser Seite stammen aus den Fahrplandaten des VBB (Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg, GTFS, Lizenz CC BY 4.0), den Linien- und Bahnhofsseiten sowie den Störungsmeldungen der BVG und den Tarifangaben von BVG und VBB; sie werden mit weiteren veröffentlichten Quellen abgeglichen. U-Bahn Berlin ist ein unabhängiger Führer: Die Seite wird nicht von der BVG betrieben und steht in keiner Verbindung zu ihr. Prüfen Sie vor der Fahrt bvg.de.